Rezept: Essen in der Bahn, essen, essen in der Bahn!

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Jeden Freitagmittag verlasse ich Karlsruhe und begebe mich auf den Weg in Richtung Heimat. Ich bin mit der S-Bahn nur eine gute Stunde unterwegs, dennoch habe ich nicht gerne einen knurrenden Magen und richte mir deshalb immer ein kleines Lunchpaket. Meistens einen Salat, ob mit Gurke, Tomaten und Möhren, oder die süße Variante: einen Obstsalat. Läuft es gut, bekommt mein Magen beides.

Bei meinen ständigen Heimatbesuchen sind nun schon einige „Essen in der Bahn“-Geschichten zusammengekommen. An ein paar möchte ich euch gerne teilhaben lassen.

Einmal in der Winterzeit letzten Jahres, hatte ich mir einen leckeren Feldsalat, mit Walnüssen, Apfelstückchen und dunklem Balsamico Dressing gemacht und meine knallgelbe Salatbox, sobald ich einen Platz in einer 4er Sitzgruppe ergattert hatte, stolz ausgepackt. Voller Vorfreude und mit grinsendem Gesicht hab ich die Gabel voll beladen. Doch Feldsalat ist ja manchmal eine recht tückische Angelegenheit, besonders wenn man wie ich faul ist, die Pflänzchen ganz lässt und den Strunk nicht wegmacht. Ich hatte jedenfalls große Probleme diesen Salat wie eine Dame mit Manieren zu essen. Es muss wohl ein witziger Anblick gewesen sein, denn mein Gegenüber fing irgendwann an zu schmunzeln, was mich wiederrum zum Lachen gebracht hat und das machte die Sache nicht besser.

Aber nachdem ich mindesten 45 Minuten mit den Rapunzeln gekämpft hatte, war ich nicht nur satt und zufrieden, sondern auch noch besser gelaunt wie vorher, weil ich und meine neue Bahnbekanntschaft einiges zu lachen hatten. Seinen gespannten Blick, ob es wohl klappen würde die nächste Gabel ohne Absturz oder Verkleckern zu verspeisen werde ich nicht vergessen.

Ein anderes Mal hatte ich meine Bahn verpasst und musste auf die nächste warten, was mich dazu veranlasste, meinen Obstsalat mit Joghurt an der Haltestelle zu verputzen. Ich saß also auf der Bank am Gleis, und jeder der an mir vorbei lief hat mich angestarrt als würde ich etwas Verbotenes tun. Ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, ob die Blicke wirklich so abwertend waren, oder eher neugierig. Gelächelt hat jedenfalls keiner. Und genau das hat mich zum nachdenken gebracht: Mein Nebensitzer, auch gerade am Mittagessen, jedoch mit einer prall gefüllten Tüte eines Fast-Food-Restaurants und einem 0,5 Liter Softdrink bewaffnet, wurde keines Blickes gewürdigt. Und ich habe bald keinen Löffel mehr hinunter bekommen, da mich alle beobachtet haben und jeder mein kleines Schüsselchen Obst-Joghurt analysiert hat…

Meine letzte Geschichte für euch ist erst gestern passiert. Ich war wieder einmal gezwungen meinen Salat am Bahnsteig zu essen, da die Bahn nicht auf mich warten wollte. Ich saß also am Durlacher Tor auf meinem kleinen Köfferchen und hab meine Rucola-Salat gegessen (den ich vorsorglich gut kleingeschnitten habe – ich wollte kein Feldsalat-Déjà-vu).

Ich hatte mich schon gefreut: Sonntag, wenig los, in Ruhe essen. Von wegen, da hab ich den Fasching und seine gut gelaunten Anhänger doch glatt vergessen.

Keine fünf Minuten, nachdem ich angefangen hatte zu essen war ich umgeben von kleinen Marienkäfern, Chirurgen, Playboy-Bunnies und Polizisten. Ein kleiner Bauarbeiter hat meinen Rucola-Salat neidisch beäugt und Käpt’n Jack Sparrow beugte sich irgendwann über meine Box und meinte: „Ouh, des sieht aba gut aus! N‘ Gude wünsch‘ ich da‘!“

Solltet ihr also irgendwann mal eine Studentin mit einer gelben Salatbox kauend am Kronenplatz, Durlacher Tor oder am Hauptbahnhof sehen – ja, das bin ich!

Und damit ich nicht einer der wenigen bleibe, die in der Bahn und drum herum vespern, hier meine favorisierten Rezepte:

„Essen in der Bahn – Menü 1: Winterlicher Feldsalat“

  • Feldsalat, 4 Hände voll
  • 1 Orange oder 1 Apfel
  • Ca. 6 Walnüsse
  • Dunkler Balsamico-Essig
  • Öl
  • Senf
  • Honig
  • Crema di Balsamico
  • Gewürze: Salz, Pfeffer, Salatkräuter, Kräutersalz

Feldsalat waschen, Orange/ Apfel schälen und in kleine Würfel schneiden, die Nüsse knacken und die Kerne mit dem Salat und der Orange/ dem Apfel mischen.

Aus 3 El Essig, 2 El Öl, 9 El Wasser, 1 Tl Senf, 1 Tl Honig, 1 Tl Crema di Balsaico und den Gewürzen das Dressing machen und alles vermischen.

„Essen in der Bahn – Menü 2: Krabben-Rucola-Salat“

  • Rucola, eine gute Hand voll
  • 1 Möhre
  • 100g Champignons
  • 8 Cocktailtomaten
  • 100g Krabben (nicht TK sondern am besten frisch)
  • 3 El Majonese
  • 4 El Jogurt
  • 2 Tl Ketchup
  • Salz, Pfeffer
  • Dill
  • 1 Tl Zitronensaft

Rucola waschen und klein schneiden. Möhren, Champignons und Tomaten waschen, teils schälen und in mundgerechte Stücke schneiden.

Für das Dressing Majo, Jogurt, Ketchup, Gewürze, Kräuter und Zitronensaft verrühren und mit den Krabben und dem Rest mischen.

„Essen in der Bahn – Menü 3: Obstmix“

  • So viel Obst wie ihr wollt und alles was ihr mögt
  • Vers. Nüsse
  • Rosinen
  • 1/2 Tl Zimt
  • 1 Tl Ahornsirup
  • 250g Jogurt

Obst kleinschneiden, alles mischen.

Veröffentlicht in Essen

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