Sant Jordi – über die Liebe und die Literatur

Ein kleiner Bericht von Gestern: Am 23. April kommen in Katalonien gleich zwei Sachen zusammen. So ist der 23 April Tag des Sant Jordi, uns bekannt als Heiliger Georg, der Schutzheilige Kataloniens. Die Legende besagt, dass der Heilige Georg, ein römischer Soldat, etwa im Jahr 300 lebte. Sein Martyrium soll eine siebenjährige Folter gewesen sein. Und außerdem hat er die Prinzessin des unendlichen Landes Silene vor dem Drachen gerettet, der das Land bedrohte. Ein ganz schön tapferer Mann, gut verständlich, dass sich die Katalanen von ihm beschützen lassen. Weil er die Prinzessin gerettet hat, gilt er außerdem als Beschützer der Liebe. Aus dem Blut des Drachen sind angeblich Rosen gewachsen. Deshalb verschenkt man an Sant Jordi schon seit dem 15. Jahrhundert Rosen, die überall in den Straßen und auch im Hof des Regierungspalastes verkauft werden. Gleichzeitig ist der 23. April der Tag des Buches. In Spanien weil es der Todestag Cervantes‘ ist, in England übrigens auch – Shakespeare ist am gleichen Tag gestorben. Inzwischen hat die UNESCO den Tag zum internationalen Tag des Buches und des Urheberrechts erklärt. Die Hälfte der Rosenstände mussten also Büchertischen weichen, denn heute verschenkt man zu der Rose noch ein Buch.

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Tatsächlich bin ich vormittags mit meiner Familie, die für ein langes Wochenende zu Besuch gekommen ist, die Rambla de Catalunya hinunter geschlendert, laut Insidern die schönste Straße um Sant Jordi zu erleben. Dort waren, wie versprochen, zahlreiche Bücher- und Rosenstände aufgebaut. Viele Buchhandlungen organisieren Signierstunden. Wenn man weiß, wann und wo, bekommt man in sein neues Lieblingsbuch also auch einen Gruß vom Autor geschrieben. Anschließend sind wir zur Kathedrale und über den Platz zwischen Rathaus und der Generalitat gelaufen. Und auch ich habe eine Rose und ein Buch geschenkt bekommen. Ein wirklich schönes Erlebnis, aber auch wirklich anstrengend. Für den Nachmittag sollte man sich deshalb einen entspannten Plan überlegen – wir sind nach Sitges gefahren und die Strandpromenade rauf und runter spaziert.

Fazit: Sant Jordi ist ein richtig schöner Tag, denn was ist schöner als hübsch geschmückte Straßen voller glücklicher Menschen inmitten eines Meers aus Rosen und Büchern? Definitiv ein Kultur-Highlight  für das es sich lohnt, in die Stadt zu reisen. Allerdings sollte man sich darüber im Klaren sein, dass man an diesem Tag in der Stadt zu sonst Nichts kommt, da alle anderen auch da sind. Also lieber noch ein paar Tage vorne oder hinten dran hängen und vor allem rechtzeitig nach einer Schlafmöglichkeit suchen!


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