Kunst-Sommer in Barcelona

Inzwischen ist das Wetter in Barcelona richtig gut, die Sonne scheint eigentlich immer, man sieht kaum Wolken am Himmel und dementsprechend steigt der Balken auf dem Thermometer auch verlässlich über die 25-Grad-Celsius-Marke (und es wird bestimmt noch heißer).

Wer Barcelona kennt, weiß, dass man es zum Beispiel in der Metro kaum noch aushält, den Park Güell zu besuchen ist bei so viel Sonne auch nicht sehr ratsam und zum Strandurlaub geht man besser in die kleinen Küstenstädte in der Nähe.

Was also macht man am besten, wenn man die Stadt im Hochsommer besucht? Mein Tipp: ins Museum gehen, denn wie wir wissen, verträgt Kunst keine Schwankungen in Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Wir sehen jetzt mal darüber hinweg, dass es also eigentlich nicht um unser Wohlbefinden geht und freuen uns darüber, dass wir nicht nur Kultur, sondern auch angenehme Frische abgreifen können. Da es in Barcelona wirklich viele Museen gibt, habe ich euch hier meine liebsten zusammen gesucht:

Auf dem Montjuїc zeigt die Fundació Joan Miró nicht nur einen beeindruckenden Überblick von Werken verschiedener Schaffensphasen Mirós, sondern auch interessante Sonderausstellungen zu Miró selbst, aber auch jungen Künstlern. Mindestens genau so anziehend wie die Sammlung selbst ist die Architektur: das Museum wurde von Josep Lluís Sert, Architekt aus Barcelona und Freund von Miró, gebaut. (Sehenswert ist auch das Atelier Mirós auf Mallorca, in einem Vorort von Palma)

Und wenn man schon einmal in der Ecke ist, kann man auch noch den Pavillon (heute eine Rekonstruktion) besichtigen, den Mies van der Rohe für die Weltausstellung im Jahr 1929 entworfen hat. Auf dem Weg kommt man an dem Palast der Weltausstellung vorbei, der heute das MNAC beherbergt, von dessen Dachterrasse aus man einen wunderschönen Blick über die Stadt hat. Schwer zu glauben, dass beide Bauten zur gleichen Zeit entstanden sind.

Weiter geht es im Stadtzentrum. Vergleichbar klein aber fein geht es in der Fundació Antoni Tàpies zu. Das Gebäude im katalanischen Modernisme-Stil (Jugendstil) ist im Inneren frisch restauriert. In den kühlen und freundlichen Ausstellungsräumen werden sowohl das Werk Antoni Tàpies, als auch Sonderausstellungen von Zeitgenossen und zeitgenössischer Kunst präsentiert. Man kann außerdem einen Blick in die wirklich wunderschöne alte Bibliothek erhaschen.

Fundació Antoni Tàpies

Die großzügigen Räume des Museu Picasso befinden sich in einem alten Stadtpalast im gotischen Viertel der Stadt. Der Besuch ist lohnt sich, es ist aber gerade im Sommer zu empfehlen, die Karten online zu bestellen, denn die Schlange die sich vor dem Ticketschalter bildet ist demotivierend.

MACBA, Keith Haring

Auch noch zu nennen ist das MACBA im Herzen El Ravals. Entworfen wurde das Gebäude vom amerikanischen Architekten Richard Meier, der auch in Baden-Baden am Werk war. Das Museum widmet sich der zeitgenössischen Kunst. Wer damit nicht viel anzufangen weiß, geht besser nicht rein, denn auch wenn ich das Museum schätze, es macht einem den Einstieg nicht unbedingt leicht.

Nebenan befindet sich das CCCB, ein Kulturzentrum in dem ständig wechselnde, spannende Ausstellungen stattfinden, die meistens in internationalen Kooperationen entstehen. Schade ist, dass die Ausstellungstexte meistens nur auf Katalan geschrieben sind.

CCCB Barcelona

Für mich ein kleiner persönlicher Schatz ist das Museu Frederic Marès neben der Kathedrale. Ausgestellt wird dort die von Marès, selbst Bildhauer, zusammengestellte Sammlung an spanischen Skulpturen seit der Antike. Auch wenn ich sonst kein riesiger Fan von antiken und mittelalterlichen Skulpturen bin, so hat es mir dieses Museum doch sehr angetan. Ein Raum voll von gekreuzigtem Jesus, ein Raum voll von Maria, ein Raum von Maria mit Kind, ein Raum voller Pietas. Der Umfang der Sammlung und die schlichte Präsentation in verschiedenen Kategorien ist beeindruckend. In den oberen Stockwerken befindet sich die Bibliothek Marès‘ und weitere kleinere Sammlungen, etwa von Pfeifen, Streichholzschachteln und natürlich Briefmarken …

Man kann mir jetzt vorwerfen, ich hätte nur die großen Museen raus gepickt. Habe ich ein Stück weit auch, aber ich denke, dass man mit dieser Auswahl gut bedient ist und einen schönen Überblick über die regionale Kunstszene bekommt. Wer damit nicht genug hat, informiert sich am besten hier.

Wer keinen Studentennachlass bekommt und gerne viele Museen besucht, holt sich am besten das Articket BCN, das sich wirklich lohnt (und außerdem muss man nur einmal anstehen).


3 Gedanken zu “Kunst-Sommer in Barcelona

  1. Hallo Klara,
    das ist ein ganz toller Artikel über die Museen in Barcelona! Und ich kann dir in allem zustimmen! ;) Von der Kühle in den Museumsräumen bis hin zum schwierigen Einstieg in die Zeitgenössische Kunst im MACBA!

    Kennst du das MEAM? Das ist ja meine (fast noch geheime) Alternative zum MACBA. Denn hier findest du nur figürliche zeitgenösische Kunst.

    Das Articket kann ich auch nur jedem Kunst-Freund empfehlen! ;)

    Liebe Grüße
    Céline

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    1. Hallo Céline,
      vielen Dank für deine Zustimmung! Das MEAM kenne ich noch nicht, aber mit diesem Tipp werde ich auf jeden Fall bald hin gehen :)
      Habe gerade deine Seite geschaut, die ist ja super! Sehr empfehlenswert für alle, die (noch) nicht wissen wo hin mit sich, da werde ich noch mehr Zeit drauf verbringen …
      Liebe Grüße zurück!
      Klara

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