#Eine Woche ohne: schwarze Kleidung

Im Oktober habe ich mich der Herausforderung gestellt, eine Woche lang keine schwarze Kleidung zu tragen und möchte heute davon berichten. Vorher aber noch einige Worte dazu, was das mit dieser Woche soll: wir sind experimentierfreudig und haben vor, ab sofort immer mal wieder eine ganze Reihe unterschiedlichster Dinge auszuprobieren um anschließend davon zu berichten. Mit der Woche ohne schwarze Kleidung mache ich also nur den Anfang …

Im Frühling oder Sommer wäre die ganze Sache ja kein großes Ding: bei warmen bis heißen Temperaturen tendieren wir scheinbar sowieso dazu, helle und farbige Kleidung zu tragen. Sobald die Temperaturen sinken und die Sonne immer häufiger verschwindet, vermischt sich auf den Straßen alles zu einem schwarz-grauen Einheitsbrei. Dabei ist das doch eigentlich schade, denn der Herbst ist ja durchaus nicht nur grau, sondern vor allem auch golden. Davon sollte doch in der Mode auch ein bisschen was wieder auftauchen, und gerade diejenigen, die meinen dass der Herbst nur schlechtes Wetter zu bieten hat, sollten selbst ein bisschen Farbe ins Leben bringen.

Bevor ich mich in die hoffentlich farbenfrohe Woche gestürzt habe, habe ich ein bisschen über meine Art, mich zu kleiden nachgedacht. Früher, vielleicht als ich 14 war und als der Herbst ganz definitiv meine Lieblingsjahreszeit war, habe ich mich sehr gern in Herbsttönen, also Rot, Braun und Orange, und blau gekleidet. Grober Strick wurde gemixt mit verspielten Kleidchen. Das fand ich irgendwie romantisch. Und finde es eigentlich auch heute noch romantisch. Aber schwarz ist so verlockend: es geht einfach immer, ist elegant und erwachsen und obendrein leicht zu kombinieren – mit noch mehr schwarz oder eben Farbe. Das Braun ist aus meinem Kleiderschrank, abgesehen von zwei Paar Schuhen, komplett verschwunden. Geblieben ist immerhin sehr viel Blaues.

Zum Glück sind in diesem Herbst Farben durchaus angesagt, wenn ich es richtig verstanden habe vor allem Bordeaux-Rot. Das hab ich jetzt auch im Schrank. Extra gekauft habe ich für diese Woche nur eines: einen Doppelpack blaue Strumpfhosen, weil die schwarzen ja in der Kiste bleiben müssen und für mich (scheinbar) nackte Beine in der kalten Jahreszeit ein No-Go sind (da friere ich schon beim Ansehen).

Jetzt aber zu der Woche selbst.

Die ersten beiden Tage bin ich harmlos angegangen. An Tag eins ging es vor allem sehr blau zu, an Tag zwei kamen zu dem Blau auch noch Grün und Gelb hinzu. Was ich da schon vermisse sind die schwarzen Ankle-Boots, die ich sonst fast täglich trage.

Am dritten Tag kam mein Lieblingspulli in dunklem Ocker über einem schlichten blauen Kleid zum Einsatz. Wieder mit den blau-gelben Schuhen, die leider nicht auf dem Bild mit drauf sind.

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Am vierten Tag fehlt die Motivation. Das liegt vielleicht daran, dass ich abgesehen vom Lebensmitteleinkauf nicht vorhatte, aus dem Haus zu gehen … solche Tage gibt’s ja auch mal. Deshalb hab ich mich aus Faulheit auf ganz in Grau eingelassen. Das mach ich auch sonst manchmal gerne … aber Farbe ist da zugegebenermaßen ja auch nicht zu finden.

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Mein lieblingsoutfit habe ich an Tag 5 getragen: nämlich meine bordeauxfarbene Hose mit bordeauxfarbenem Streifentop, pinkfarbener Jacke und neutralen Accessoires.

Die letzten beiden Tage kam neben den bekannten Verdächtigen mein rosa-roter Pulli zum Einsatz, den ich wirklich sehr liebe.

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Und jetzt kommt das große Geständnis: ich habe geschummelt. Nämlich an Abend Nummer 3. Eingeladen war ich, auf einen Geburtstag mit einem Gläschen Wein anzustoßen, und zu diesem Zweck habe ich es nicht über mich gebracht, kein Schwarz anzuziehen. Schwarz gehört für mich zur Abendgarderobe einfach dazu. Einfach weil es, wie ganz zu Beginn schob bemerkt, so elegant ist. Lange habe ich mit mir selbst gehadert und habe am Ende den grauen Pulli gegen einen schwarzen eingetauscht und bin endlich wieder in meine schwarzen Stiefeletten geschlüpft. Als ich in der Bar angekommen bin war ich zugegebenermaßen glücklich über diese Entscheidung. Sonst wäre ich entweder als graue Maus oder – hätte ich mich für mehr Farbe entschieden – als Kanarienvogel deutlich heraus gestochen. Und weil ich einfach finde, dass mir das schlichte schwarze Outfit sehr geschmeichelt hat.

Das Fazit das ich nach dieser Woche ziehen möchte ist folgendes:

Ich trage gerne Farben, wenn ich Lust habe auch deutlich ausgefallener als ich es in dieser Woche getan habe. Aber eben nur, wenn ich Lust habe.

Und: es macht keinen Sinn, Schwarz komplett zu streichen, wenn man sich farbenfroher kleiden will. Schwarz ist super zum Kombinieren: ich würde auch sagen, es lässt Farben erst richtig aufleuchten und ist vor allem eine beruhigende Komponente, die manch ein Outfit einfach braucht. Viele meiner liebsten farbigen Kleidungsstücke sind diese Woche im Schrank geblieben, weil ich sie ohne den schwarzen Kontrast nicht tragen würde.

Und im Grunde soll einfach jeder anziehen, worauf er Lust hat und worin er sich wohl fühlt. Dann sieht man so oder so am besten aus.


2 Gedanken zu “#Eine Woche ohne: schwarze Kleidung

  1. Einspruch :) Es gibt durchaus Typ(inn)en, denen schwarz gar nicht steht, z.B. dem Sommertyp, für den ist grau und dunkelblau besser geeignet. Daher verbanne ich, seitdem ich weß, dass ich ein Sommer bin, schwarz aus meinem Kleiderschrank, und es klappt ganz gut, denn ich habe fast nur noch Farben drin, die mir stehen, und es ist alles viel leichter zu kombinieren!

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    1. Liebe Beate :) du hast vollkommen Recht! Nicht jedem steht Schwarz, viele Menschen kombinieren Farben im Alltag besser als ich und niemand MUSS schwarz tragen. Es geht hier ja auch nicht um eine Anleitung, Schwarz zu tragen, oder nicht zu tragen, sondern einfach um ein kleines Experiment und wie es mir ganz persoenlich damit ergangen ist! Und wie gesagt, trage ich selbst auch sehr gerne Farbe … aber eben nicht gezwungenermassen.

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