beschdes 2017? Was das neue Jahr bringen soll

Das Jahr 2017 ist jetzt schon eine Woche alt und die Gnadenfrist bis zum Heiligen-drei-Königs-Tag ist auch abgelaufen. Beste Zeit also, um einen Moment innezuhalten und ein bisschen zurück und vor zu blicken.

Ein neues Jahr willkommen zu heißen ist für mich immer wieder eine kleine Herausforderung. Nicht, weil ich mich nicht darauf freue, sondern weil es trotz 365 Tagen Vorbereitungszeit immer überraschend kommt. Schließlich ist direkt davor Weihnachten, da habe ich meistens allerhand anderes zu tun, und direkt vor Weihnachten ist der Unistress und vor dem Unistress hat das Semester eben erst angefangen, vor dem Semester gingen die Ferien viel zu schnell vorbei und so weiter … ich denke das kennt ihr alle. Irgendwas ist immer. Geplant wurde Silvester in diesem Jahr auch recht früh, die Schwester und Freunde wollten unbedingt bei mir in Wien feiern und mein Freund kam spontan noch dazu, was auch richtig schön war.

Der Silvesterabend selbst war dagegen richtig unvorbereitet und ungeplant, weil sich alle lieber keine allzu großen Erwartungen an diese Nacht machen wollten. Schließlich sollte der Start ins neue Jahr eigentlich perfekt sein, mit perfekt viel Sekt, perfekt viel Spaß, perfektem Feuerwerk, einfach perfekt eben. Aber da das oft nicht hinhaut, weil man es eben viel zu sehr erwartet, sind wir es spontan angegangen.

In letzter Minute haben wir uns in den überfüllten Supermarkt gestürzt um noch etwas zu Essen zu besorgen und der späte Mittagschlaf war dann doch wichtiger, als sich für das neue Jahr schick zu machen. Unvorbereitet, durchgefroren und mit halb abgepultem Nagellack bin ich in das neue Jahr gestolpert und habe dabei, in der gefühlt hintersten Ecke die es vor dem Wiener Rathaus gibt, dem Feuerwerk zugeschaut, mit meiner Schwester Wiener Walzer getanzt und mit einigen meiner liebsten Menschen angestoßen. Das ist zwar unspektakulär, aber für mich war es perfekt. Denn ich finde es übertrieben, sich für ein neues Jahr stressen zu lassen, denn gestresst sind wir doch alle sowieso. Schließlich bestehen meine Neujahrsvorsätze im Prinzip nur darin, die Sachen die ich vor Weihnachten nicht hinbekommen habe trotzdem noch rechtzeitig fertig zu bekommen. Und was soll man sich groß wünschen für das neue Jahr? Für mich persönlich wünsche ich mir, dass ich meine eigenen Ziele erreichen kann. Erstmal den neuen Blog voranbringen, das Semester rumkriegen, dann endlich einen Nebenjob finden, den Ehrgeiz nicht verlieren, auch wenn’s manchmal anstrengend wird. Für die Welt wünsche ich mir Frieden, dass das postfaktische Zeitalter so schnell wie möglich wieder vorbeigeht, dass alle Menschen versorgt sind mit Essen, einem Zuhause, Bildung, und dass die, die Bildung haben können sie auch in Anspruch nehmen. Ich wünsche mir mehr Zusammenhalt, Respekt, Verständnis für andere, weniger Wut und Angst, weniger Klimawandel, mehr Aufmerksamkeit für unsere Umwelt. Aber das ist ja noch lange nicht alles, die Liste kann unendlich lange fortgeführt werden …

Aber es wäre verrückt zu denken, dass das alles auf einmal möglich wäre und das Jahr 2017 unser Held ist und alles wieder gut macht, was in den vergangenen Jahren schiefgegangen ist oder von dem wie vielleicht der Meinung sind, es selbst vernachlässigt zu haben. Deshalb bin ich selbst dafür, Ruhe zu bewahren. Beim Jahreswechsel und bei den großen Erwartungen und statt großer Aufregung und kurzweiliger super-Motivation die Hoffnung zu bewahren und in kleinen Schritten in eine bessere Zukunft gehen. Am besten denkt jeder selbst darüber nach, wie er dazu beitragen kann, anstatt einfach große Wünsche zu äußern, die sich von selbst erfüllen sollen. Deshalb finde ich es überhaupt nicht schlimm, dass ich unvorbereitet und ohne großartige Vorsätze ins neue Jahr gestartet bin. Lieber bin ich konsequent in den kleinen Dingen als einmal im Jahr übereuphorisch mit viel zu großen Dingen.

 

Bilder: Klara


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