Lange Nacht der Museen: #Stuttgart

Bereits vor drei Jahren konntet ihr einen kleinen, ja fast schon jungfräulichen Bericht über die Lange Nacht der Museen in Stuttgart hier auf dem Blog lesen. Damals war ich von diesem kulturellen Angebot in Stuttgart hellauf begeistert. Dieses Jahr hingegen habe ich viel Kritik zu äußern. Aber Schritt für Schritt.

Für 18€ konnte man sich zahlreiche Ausstellungen in Stuttgart ansehen. Leider ist die Zeit sehr begrenzt, weshalb es ratsam ist, das Programm im Vorhinein zu studieren. Da das nicht mein erster Besuch einer solchen Veranstaltung war, habe ich mir einige Programmpunkte herausgesucht. Gestartet haben wir in der LBBW-Bank. Bis 2008 sammelte die LBBW-Bank zeitgenössische Kunst. Seitdem ist der Zukauf gestoppt. Ein konkretes Sammelkonzept konnte ich nicht erkennen, aber Kunstwerke zahlreicher bekannter Künstler*innen waren vertreten. Im Rahmen der Langen Nacht der Museen war es den Besuchern gestattet in die sonst nur Mitarbeitern zugänglichen Flure zu gehen und einer 50-minütigen Führung zu lauschen. Die Kunstvermittlerin hat das wirklich sehr gut gemacht. Ein Kunstbanause sollte man aber nicht gewesen sein, da man sonst vermutlich den Faden verloren hätte. Am Ausgang gab es dann noch einen kostenlosen (veralteten) Katalog der Sammlung sowie Kugelschreiber zum Mitnehmen.

Nach der LBBW sind wir auf direktem Fußweg zum Haus der Geschichte gegangen. Zugegeben: Wir haben genauso viel Zeit in der „Gruselbar“ wie in der Ausstellungsfläche verbracht. Aber Bier muss eben sein. Kurz zur Gruselbar: Der Wille war da. Einige Personen, ich vermute Schauspieler, waren als Horrorfiguren der Filme von Carl Laemmle verkleidet, da im Moment eine Sonderausstellung zu seinen Ehren im Museum vorzufinden ist. Doch die Bar war um 22 Uhr noch sehr leer und die Dekoration erinnerte mich an die Halloweendeko meiner Tante. Dass da nicht so viel Aufwand getrieben wurde, ist natürlich für die eine Nacht auch verständlich.

Haus der Geschichte Stuttgart Carl Laemmle

Wie gesagt, sind wir durch die Sonderausstellung und Sammlung kurz durchgegangen und haben uns nur vereinzelt genauer mit bestimmen Themen und Exponaten beschäftigt. Jedoch wollten wir das auch so, da man sich insbesondere Sammlungen bei einem nächsten Besuch genauer ansehen kann. Dafür ist ein Angebot wie die Lange Nacht der Museen ja auch da: Man kann Inspirationen für den nächsten ausgiebigen Besuch sammeln.

Unser Plan sah danach die Ausstellung „Körperwelten“ vor, weil wir dachten, dass es eine tolle Chance ist, diese zu sehen. Doch nach einer sehr langen Busfahrt mussten wir feststellen, dass auch sehr viele andere Besucher das gleiche dachten und uns die Wartezeit von ca. 3h um 23 Uhr nicht mehr gereicht hätte. Aus diesem Grund wollten wir wieder in die Stadt rein, dummerweise haben die Busse aber ordentlich auf sich warten lassen. So sind wir schließlich zur Bahnstation gelaufen um die leere S-Bahn zu nehmen. Die Fahrt raus nach Cannstatt hat insgesamt wirklich viel Zeit gefressen, was sehr schade war.

Wieder in der Innenstadt angekommen schauten wir uns die Ausstellung Post-Peace im Württembergischen Kunstverein an. Die Ausstellung per se war sehr spannend und gut aufgebaut und ich hätte dort wirklich viel mehr Zeit verbringen können. Viele Videoinstalltionen rahmten das Programm ein, doch im Vorraum spielte ein DJ und die Lautstärke der Musik war so hochgestellt, dass es kein Genuss war durch die Ausstellung zu gehen. Der ganze Witz bei der Sache war: Im Vorraum war tote Hose. Da stand wirklich niemand außer der DJ.

 

Zu guter Letzt sind wir dann noch in das Kunstmuseum Stuttgart gegangen. Hier habe ich mich auf die Präsentationen von drei Künstlerinnen im Rahmen des Sparda-Kunstpreises’ gefreut. Viele Werke der ständigen Sammlung wurden aus konservatorischen Gründen abgehangen und auch viele der Installationen wurden für das Publikum nicht begehbar gemacht. Die Knetarbeit von Leni Hoffmann im obersten Stock zum Beispiel verlor so den Reiz und Sinn. Da das Kunstmuseum mit viel Besucherandrang rechnen musste, sind die aber Sicherheitsvorkehrungen legitim.

Myriam Holme Sparda Kunstpreis Kubus Stuttgart Kunstmuseum Lange Nacht der Museen
Myriam Holme
Leni Hoffmann Sparda Kunstpreis Kunstmuseum Stuttgart Lange Nacht der Museen
Leni Hoffmann
Leni Hoffmann Sparda Kunstpreis Kunstmuseum Stuttgart Lange Nacht der Museen
Leni Hoffmann

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir dir Ausstellungen an sich gefallen haben, aber das Rahmenprogramm der einzelnen Institutionen für den Abend deutlich verbesserungswürdig ist. Veranstaltungen wie die Lange Nacht der Museen gibt es verteilt über das Jahr in zahlreiche weitere Städten. Um sich einen kleinen Überblick über die Sammlungen der Institutionen zu machen, kann dieser Abend hilfreich sein, bei einer intensiven Auseinandersetzung mit einer Sonderausstellung oder der Sammlung würde ich aber einen extra Besuch um dementsprechend mehr Zeit empfehlen (auch in finanzieller Hinsicht).

Geht ihr regelmäßig ins Museum oder habt ihr schon mal die Museen nachts unsicher gemacht?


3 Gedanken zu “Lange Nacht der Museen: #Stuttgart

  1. Hi, cooler Beitrag,

    habe mich bewusst dagegen entschieden hinzugehen, da ich so etwas in der Art schon befürchtet hatte. Hatte die Kamuna mal als Ideengeber genutzt, das hat mir sehr gut gefallen. Damals 2 Museen aussortiert, ein Museum und eine Veranstaltung besucht, die ich sonst nicht gesehen hätte und in einem gesehen, dass ich nochmal lang hin muss.

    Da der März mein letzter Monat in Stuttgart war, hätte mir so ein Überblick nichts mehr gebracht. War stattdessen gesondert im Porsche- und Mercedesmuseum, in der Oishii-Sonderausstellung im Lindenmuseum und in Manifesto in der Staatsgalerie. Verteilt auf 4 Sonntage und mit Studentenvergünstigungen für insgesamt 23 Euro war das dann wohl definitiv die richtige Entscheidung für mich.

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    1. Hi Kai,
      vielen Dank :)
      Ich vermute, dass ich jetzt auch erst mal so pausieren werden. Als regelmäßige Museumsbesucherin schau ich mir tatsächlich die Ausstellungen, die mich interessieren, an. Aber so ein Abend ist eben wirklich eine gute Gelegenheit in für einen unbekannte Museen zu gehen ohne „viel Geld zu verlieren“. Ich hoffe du lebst dich in deiner neuen Stadt gut ein.

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