Beschdes Wochenende in Bilbao

Bilbao ist eine graue Industriestadt im Norden Spaniens, die vor allem für ihr Guggenheim-Museum bekannt ist. Dass die Stadt im Baskenland aber noch viel mehr zu bieten hat, muss aber dringend einmal klargestellt werden. Deshalb kommen hier meine Tipps für ein Wochenend-Trip.

Kultur

An erster Stelle steht für mich als Kunsthliebhaberin natürlich trotzdem das Guggenheim-Museum. Der von Frank Gehry entworfene Bau selbst ist schon eine Besichtigung wert. Auf dem Gelände um das Museum herum gibt es Skulpturen von Louise Bourgeois und Jeff Koons zu bestaunen, im Inneren sind Kunstwerke von Richard Serra und Jenny Holzer fest installiert. Darüber hinaus überzeugt das Museum mit immer wieder wechselnden Sonderausstellungen aus der Guggenheim-Sammlung.

Guggenheim Bilbao

Neben dem Guggenheim-Museum gibt es in Bilbao jedoch noch mehr Kunst und Kultur: beispielsweise im Kulturzentrum Azkuna Zentroa. Ein altes Gebäude wurde komplett entkernt um im Inneren eine wirklich beeindruckende Architektur zu verwirklichen. Unter einem Dach sind hier Gastro-Betriebe, Ausstellungsräume, eine Mediathek, ein Kino und flexibel nutzbare Räume vereint. Als ich im vergangenen Jahr in Bilbao war, lief gerade eine Ausstellung von Jeremy Deller, auf die wir nur zufällig gestoßen sind – was für ein Glücksgriff!

Sightseeing

Um auch weniger Kunstinteressierte zufrieden zu stellen, hat Bilbao natürlich noch mehr zu bieten. Beispielsweise eine Bootsfahrt bis zum Hafen. Unterwegs kann man hier ärmliche Wohngegenden, romantisch-verlassene alte Industriebaracken und noch intakte Schiffswerften sehen, bis man schließlich am mondänen Dörfchen Portugalete, und damit an der Flussmündung angelangt. Anstatt einer befahrbaren Brücke gibt es eine bunt geschmückte, 1893 eröffnete Stahlbrücke zu bestaunen, an der eine Gondel hängt, die Autofahrer und Fußgänger sicher ans andere Ufer bringt: die Puente Colgante.

Wer Bilbao nicht nur Flussabwärts, sondern auch aufwärts besuchen will, spaziert am besten vom Guggenheim-Museum entlang des Flussufers bis zur Altstadt, dem Casco viejo. Auf dem Weg kommt man an der von Santiago Calatrava entworfenen Zubizuri-Brücke und dem beeindruckenden Rathaus der Stadt vorbei. Der alte Stadtkern lädt anschließend zum Bummeln ein.

Bilbao Zubizuri Calatrava

Essen

Ein gar nicht so geheimer Tipp ist das Restaurant agape. Von der Spanischen Tageszeitung El País wurde es in die Top-20 der besten Mittagstische in Spanien aufgenommen. Das Schöne daran ist, dass die Preise hierfür durchaus vertretbar sind: das Mittagsmenü gibt es für 13,00 Euro! Und es war wirklich, wirklich lecker.

Am Abend schlendert man am Besten wieder durch die Altstadt, denn da gibt es zahlreiche Tapasbars, in denen man leckere Pitxos (liebe- und fanasievoll belegte Brote) essen kann. Am besten legt man sich nicht auf eine Bar fest, sondern schlendert gemütlich von einer zur nächsten.

Bilbao Tapas Pintxos

Umgebung

Wer länger bleiben will, plant Bilbao am Besten in eine Rundreise ein oder macht Ausflüge in die Umgebung. Sehenswert sind meiner Meinung nach vor allem San Sebastian und, etwas weiter entfernt, Bordeaux.

Zu guter letzt: ja, das Wetter war in etwa so dramatisch, wie es auf den Fotos wirkt: 17 Grad und ständiger Nieselregen – das soll euch nicht vom Bilbao-Wochenende abhalten! Packt aber unbedingt einen warmen Pulli und einen Regenschirm ein.

Ich wünsch‘ euch viel Spaß!


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