#beourguest: Katharina an der Algarve

Trommelwirbel – Wir dürfen mit diesem Post unsere erste Gastautorin begrüßen. Die wanderbegeisterte Katharina war diesen Frühling in Portugal an der Algarve-Küste und ist dort günstig viel herumgekommen. Ihre Eindrücke, Erfahrungen und Tipps hat sie für unsere #bescherblog Leser*innen bei unserem allerersten #beourguest festgehalten.
Begrüßt mit uns diesen lieben Menschen und lasst viele Kommentare da. <3

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Zwei Wochen Portugal lagen vor uns. Wir hatten große Pläne: Zu Fuß wollten wir die Via Algarviana, den schönen Fernwanderweg von der spanischen Grenze bis zum Cabo São Vicente, dem westlichsten Punkt des europäischen Festlandes, beschreiten. Doch wie heißt es so schön? Erstens kommt es anders, und zweitens öfter als man denkt. Hier sind einige Tipps und Erfahrungen für die südportugiesische Küstenregion.

Faro

Unser erstes Hostel in Faro war das New Hostel. Wir haben es ehrlich gesagt vor allem deshalb ausgewählt, weil es das günstigste war, das wir finden konnten (10€ pro Person im Doppelzimmer, ein Bett im Dorm 7€). Die Lage genau gegenüber vom Bahnhof und ca. 3 Gehminuten vom Busbahnhof schien uns ebenfalls unschlagbar, da wir dort nur die erste Nacht verbringen wollten. Das Hostel selbst ließ allerdings sehr zu wünschen übrig. Das Bett war nicht nur sehr unbequem, sondern auch schmuddelig. Gott sei Dank hatten wir die Schlafsäcke dabei! Die Küche war zudem so schlecht ausgestattet, dass es fast nicht möglich war, sich ein Frühstück, geschweige denn ein Abendessen zuzubereiten: nur eine einzige Baustellenherdplatte, nur Espressotassen, keine Messer, keine Töpfe. Für ein Hostel ein absolutes No-Go. Einen Tisch zum Essen gab es auch nicht.

Während des gesamten Urlaubs haben wir uns mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegt. Die Plattform rome2rio  wird den meisten von Euch sicher ein Begriff sein. Sie gibt einigermaßen zuverlässig Auskunft über Bus- und Zugverbindungen auf der ganzen Welt. Fahrpläne hat sie allerdings keine. Wir haben in Portugal für die Züge die offizielle Website der Comboios de Portugal benutzt. Das funktionierte einwandfrei. Bei den Bussen hat es sich bewährt, an den jeweiligen Busbahnhöfen, die es in fast jeder kleineren Stadt gibt, nachzufragen. Auch in den kleinsten Dörfern kommen Busse vorbei. Manchmal gibt es an den Haltestellen Fahrpläne, meistens nicht. Die Preise von Bus und Bahn in Portugal sind wirklich unschlagbar. Busfahrten von 30 km Länge gibt es schon für 1-2€ und eine zweistündige Bahnfahrt kostet gerade mal 3,40€.

Salir

Von Faro aus haben wir uns schließlich aufgemacht Richtung Salir, um dort auf die Via Algarviana zu gelangen. Die Via Algarviana ist ein Teil der GR 13, der Grande Rota, die wir als GR-Fernwanderwegnetz hauptsächlich aus Frankreich (Sentier de Grande Randonnée) und Spanien (Gran Recorrido) kennen. Die Wege sind immer rot/weiß markiert. Trotzdem sollte auf zusätzliches Kartenmaterial nicht verzichtet werden. Auf der Website WIP: Wandern in Portugal  kann man sich übersichtliche Wanderkarten im Maßstab 1:25000 bestellen. Entlang der Via Algarviana gibt es in den Dörfern Herbergen oder Pensionen für Wanderer und Radfahrer, die sogar mit Telefonnummern auf den Karten der WIP Homepage verzeichnet sind. Eine andere Möglichkeit – und meine persönliche Empfehlung – ist das Zelt. Ja, es ist etwas unbequem auf der Isomatte und ja, man muss dann Zelt, Isomatte und Schlafsack auch noch tragen, aber es lohnt sich. Wir konnten wunderschöne Sonnenaufgänge im Eukalyptuswald sehen und traumhafte Sonnuntergänge über dem Meer genießen. Und ganz gratis dazu gibt es noch ein bisschen Digital Detoxing.

 

via algarviana Portugal algarve wandern

Nach einigen Tagen auf der Via Algarviana ist es dann leider passiert: Ich bin krank geworden. Mit Schnupfen, Kopf- und Halsschmerzen habe ich noch versucht mich weiter durchzukämpfen, aber schließlich haben wir beschlossen, die Wanderung abzubrechen. Und so sind wir in Lagos gelandet.

Lagos

Lagos ist eine kleine Hafenstadt an der Westalgarve und hat trotz vieler Touristen ihren Charme nicht verloren. Es gibt eine historische Altstadt mit vielen kleinen Geschäften, Cafés, Bars und Restaurants und einige Sehenswürdigkeiten, wie den ehemaligen Sklavenmarkt oder die Kirche Igreja do Santo António, die hinter einer unscheinbaren Fassade barocke Schätze verborgen hält. Alle wichtigen Informationen kann man sich in der Touristeninformation am Largo Marquês de Pombal geben lassen. Einen Stadtplan gibt’s gleich gratis dazu. Von der palmengesäumten Hafenpromenade starten unzählige Ausflugsboote für Touristen, die sogar Whale-Watching oder Delfinstreicheln im Angebot haben. Es gibt außerdem Boote, die Touristen in ca. 15-minütiger Fahrzeit zu einer der berühmtesten Felsformationen der Gegend bringen. Die Ponta da Piedade ist die Spitze eines steilen Kaps mit wunderschönen Buchten und Stränden. Der Vorteil einer Bootstour ist, dass man mit den kleinen Fischerbooten durch die Felsen hindurch fahren kann. Der Nachteil ist natürlich, dass man sich immer in der Masse der anderen Touristen befindet. Wir haben uns deshalb dazu entschieden, die knapp zwei Kilometer von Lagos aus zu Fuß zu gehen und uns das Spektakel von der Landseite aus anzusehen. Der Schönheit der Natur hat das keinen Abbruch getan und ganz nebenbei haben wir noch ein bisschen die Vorstadt erkunden können. Auch wenn hier nicht alles auf Hochglanz poliert ist, hat der Ort Charakter und vor allem guten Kaffee.

Unsere Unterkunft in Lagos, The White Butterfly Hostel, ist auf jeden Fall empfehlenswert. Es gibt eine gut ausgestattete Küche, eine Dachterrasse mit Pool, ein Wohnzimmer mit Fernseher und nettes Personal. Die Zimmer sind dem Hostel-Standard entsprechend, die Bäder waren sauber. Das alles gibt es zu einem annehmbaren Preis von 26 EUR pro Nacht für ein Doppelzimmer mit eigenem Bad. Die Lage ist genial, mitten im bunten Treiben eines kleinen Sträßchens in der Altstadt, zwischen Cafés und Geschäften.

Lagos Algarve Portugal

 

Lagos Algarve Portugal

Sagres

Von Lagos aus ging es für uns schließlich weiter Richtung Westen nach Sagres. Die kleine Stadt am Meer ist in den letzten 20 bis 30 Jahren zum Hotspot für Surfer und Aussteiger aller Art geworden. Sie liegt im Naturschutzgebiet Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa Vicentina und bietet neben kleinerer Sehenswürdigkeiten vor allem traumhafte Strände. Hat man etwas für alternative Lebensentwürfe übrig, lohnt es sich auf jeden Fall, den Surfer Bars und Cafés einen kleinen Besuch abzustatten. Man kommt schnell mit Leuten aus der ganzen Welt ins Gespräch und bekommt so manchen Einblick. Vom Backpacker im Sabbatjahr bis zum in einer Wagenburg lebenden Aussteiger gibt es hier alles. Unser persönliches Lieblings-Surfer-Café war The Hangout.
In stylischer Umgebung gibt es hier alles was das hippe Surferherz begehrt. Frische Smoothies, selbstgemachte Suppen, leckere Kuchen, gute Musik und sehr nette Leute.
In unmittelbarer Umgebung von Sagres gibt es noch viele kleinere Dörfer und Spots, die einen Ausflug wert sind. Dazu zählt zum Beispiel das kleine Vila Do Bispo und natürlich das Cabo de São Vicente. Das Kap ist nach dem Heiligen Vinzenz von Saragossa, dem Schutzheiligen der Seefahrer, benannt, der der Legende nach hier im Jahre 304 in einem Boot angetrieben und geborgen wurde. Hier endet das europäische Festland in einer bis zu 70 Meter hohen Steilküste, vor der schon so manche historische Seeschlacht stattgefunden hat. Zugegeben, dieser Ort ist eine Touristenattraktion, aber es ist auch verdammt schön hier! Ein idyllischer weiß-roter Leuchtturm markiert die südwestlichste Spitze des europäischen Festlandes. Man kann hier übrigens auch die „letzte Bratwurst vor Amerika“ essen (wer’s mag..). Ein kleiner Tipp: Die meisten Touristen schaffen es gerade vom Parkplatz bis zum Leuchtturm. Geht man den schmalen Weg an der Klippe (Fishermens‘ Trail) entlang, ist man nach wenigen hundert Metern wieder fast alleine und kann ungestört den Blick auf das Kap genießen.

 

 

Cabo Sao Vicente Sagres Portugal Algarve

Faro – again

Nach diesem Naturspektakel hat es uns zurück in die Zivilisation – nämlich zurück nach Faro – verschlagen. Hier haben wir die letzten Tage unseres Urlaubs mit Sightseeing und kleinen Ausflügen verbracht. Diesmal haben wir uns ein etwas teureres, aber dafür viel schöneres Hostel geleistet: das Well’Come Hostel direkt im Zentrum. Wir haben ein Doppelzimmer für 30 EUR pro Nacht bekommen, mit direktem Blick in den kleinen Garten hinterm Haus. Die Küche war einwandfrei ausgestattet, es gab ein Wohnzimmer mit Couch, Sessel, Spielen und Fernseher. Das absolute Highlight des Hostels ist die riesige Dachterrasse, die mit recht gemütlichen Pallettenmöbeln ausgestattet ist.

Faro selbst kann mit Sehenswürdigkeiten, wie der historischen Altstadt oder der Kirche Nossa Senhora do Carmo, punkten. Es gibt auch einige Museen und eine autofreie Innenstadt mit vielen Geschäften, Cafés, Bars und Restaurants. Von der Hafenpromenade starten viele Ausflugsboote in die geschützte Lagunenlandschaft vor Faro. Der Parque Natural da Ria Formosa besteht aus wunderschönen kleinen Inseln, die mit Fähren angesteuert werden. Wir haben uns dazu entschieden, die etwas weniger frequentierte Ilha da Culatra/Ilha do Farol zu besuchen. Dafür sind wir in der nur 10 Minuten entfernten Stadt Olhão auf die hauptsächlich von Einheimischen benutzte Fähre gestiegen und konnten einen traumhaften Tag am kilometerlangen Strand verbringen. In zwei bis drei Stunden lässt sich die Insel entlang des Meeres am schönen Sandstrand erwandern (Achtung Muskelkater!). Es gibt kleine Einkehrmöglichkeiten und sogar zwei kleine Supermärkte. Die letzte Fähre zurück ging glücklicherweise so spät, dass wir einen wunderschönen Sonnenuntergang auf der Insel bestaunen konnten. Und sollte man die letzte Fähre tatsächlich einmal verpasst haben, gibt es auf Bestellung immer noch das Wasser-Taxi, das einen für ungefähr 25 EUR wieder zurück ans Festland bringt.

Strand Culatra Faro Portugal Algarve Kirche

Strand Culatra Faro Portugal Algarve

Bei all der Lobhudelei soll ein kleines Manko nicht unerwähnt bleiben: Durch die Nähe zum Flughafen von Faro bekommt man vom Flugverkehr relativ viel mit. Die meisten Maschinen starten und landen über der Stadt und den vorgelagerten Inseln. Auf der anderen Seite hat das natürlich den Vorteil, dass man von Faro aus mit dem Stadtbus in nur knapp einer halben Stunde schon am Flughafen ist.

Summa summarum ist die Algarve ein wunderbarer Ort zum Ferien machen. Es ist für jeden etwas dabei und ich weiß eines ganz sicher: Ich komme wieder!


Auch gerne auf Reisen, in Museen oder auf veganer Entdeckungstour unterwegs? Noch auf der Suche nach einem Ort, an dem du das alles rauslassen kannst? #beourguest & schreib‘ uns deine Ideen & Anregungen gerne an beschderblog@gmx.de oder per DM bei Instagram, Twitter oder Facebook


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