Magic City – München

Streetart – jeder kennt sie, jeder sieht sie, aber wird sie auch von jedem verstanden? Oder gibt es da überhaupt was zu verstehen? Hat sie einfach nur derbe cool auszusehen?

Ich muss gestehen, dass ich mich trotz dem Graffiti-Schwerpunkt unseres Instituts in Karlsruhe, nie wirklich intensiv mit diesem Thema beschäftigt bzw. auseinandergesetzt habe. Im Nachhinein eine kleine Schande, das gebe ich zu. Doch umso mehr hat mich die Ausstellung „Magic City – Die Kunst der Straße„, welche noch bis zum 3. September 2017 in der kleinen Olympiahalle in München zu sehen ist, interessiert.

Die Ausstellunge, welche besonders für die heißen Tage geeignet ist, da sie sich nur in unterirdischen Räumen (Underground und so…) befindet, hat mich in ihrer Fülle und Breite der Künstler und deren Ausstellungsstücke überzeugt. Von Banksys Ratten, Won ABCs Münchner Graffiti bis hin zu Oleks vor Streetart-Kitsch sprühendem Karussel wird das gesamte Spektrum der Streetart abgedeckt.

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Aufgebaut als eine Art Rundgang durch die erschaffene Stadt, welche durch Straßenkreuzungen, Zebrastreifen und Hinterhofgassen geprägt ist, lernt der Besucher wie der ganze Hype um die Streetart begann, sich von New York aus entwickelte und schließlich nach Europa überschwappte. Begonnen hat es mit den allseits bekannten Graffiti auf U- und S-Bahnen, Zügen und Mauern. Das total urbane Alltägliche stand im Vordergrund – von jedem sichtbar.

Je weiter man sich in die Magic City hineinbewegt, umso mehr kommt man in der Gegenwart an und spürt die Einflüsse der heutigen Zeit. Natürlich spielt auch hier die Politik, die Gesellschaft und das Individuum eine große Rolle. Dabei wird auch auf die klassische Streetart-Symbolik, wie beispielsweise Ratten mehrmals eingegangen und die einzelnen Attribute erklärt.

Mit Hilfe eines interaktiven Smartphones, welches jeder Besucher kostenfrei vor Eintritt in die magische Stadt erhält, kann sich jeder zusätzliches Wissen zum jeweiligen Künstler und der Herstellung des Kunstwerkes aneignen. Leider fand ich die dargebotenen Informationen zu schwach, was jedoch daran liegen kann, dass ich als Kunsthistorikerin einen höheren Anspruch gegenüber Begleittexten habe und mit größerem Wissensdurst an solche Informationsquellen gehe. Für absolute Laien und Kinder sind die Texte aber sicherlich informativ und hilfreich.

Was die Tour durch die Magic City gelungen abrundet, sind die interaktiven 3D-Kunstwerke, welche erst durch die Linse eines Fotoapparates sichtbar werden und in welche man im wahrsten Sinne des Wortes eintauchen kann. Auch das dauerhaft laufende Kino mit wechselndem Programm lädt Interessierte ein, sich nach dem Durchqueren der Straßen noch ein wenig berieseln zu lassen und eventuell sogar neue Blickwinkel auf das eben Gesehene zu eröffnen.

Bilder: Lea K.

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