Beschde Wohnungssuche … 5 Tipps

Eigentlich habe ich gerade nichts zu tun, die Vorlesungsfreie Zeit in Wien hat mit dem Ende des letzten Monats begonnen und Klausuren- und Abgabetermine für Seminararbeiten waren schon in den jeweils letzten Sitzungen.
Gemütlich kann ich jetzt die Seele baumeln lassen und mich entspannt auf das kommende Semester vorbereiten – ja wirklich, und zwar damit ich meinen Urlaub im August genießen kann. Da sollte es doch kein Problem sein, für vergangenen Mittwoch ein bisschen was zu schreiben – denkt man. Natürlich hab ich es vergeigt, verpennt, einfach vergessen. Und zwar wegen einem kleinen extra To-Do: die Wohnungssuche.
Nach einem Jahr hat es mein Freund endlich auch nach Wien geschafft, sehr plötzlich direkt einen Job gefunden, obwohl er zur Suche nur ein paar Tage vorbeikommen wollte. Und nun teilen wir uns seit fast zwei Monaten ein 14-Quadratmeter-Zimmer. Aller möglichere Kram türmt sich in jeder Ecke, Lagerkoller und angespannte Nerven sind da definitiv vorprogrammiert. Deshalb haben wir uns entschieden, dass unbedingt eine Wohnung hermuss. In Wien gar nicht so leicht – aber wenn man mal ehrlich ist, ist es nirgends leicht, die Traumwohnung zu finden.
Nach zwei Wochen Haare-raufen und ohne viel Erfolg ein kleiner Zwischenbericht.
Ich habe den Überblick verloren, wie viele private oder über einen Makler vermittelte Wohnungen ich bisher angesehen, geschweigedenn kontaktiert habe. Um die Suche einfacher zu gestalten und möglichst den Überblick zu behalten, habe ich mir ein kleines System entwickelt, das hilft. Weil mir weder bis vergangenen Mittwoch, noch bis gestern Abend ein spannendes Thema für den Blog eingefallen ist, gibt’s jetzt einfach meine Tipps – so banal sie auch sind.

wohnungssuche

1. Kriterien für die Auswahl

Selbstverständlich hat jeder so seine Vorstellungen davon, was die Wohnung bieten soll und wo sie zu sein hat, aber natürlich auch, wie viel sie maximal kosten darf.
Am besten überlegt man sich zuerst – möglichst realistisch, wie man sich das ganze vorstellt. Und dann wirft man mal einen Blick auf alle möglichen online-Portale, wird von der Realität eingeholt und überlegt noch einmal vor dem Hintergrund des Angebots. Ziemlich sicher muss man irgendwo Abstriche machen oder eben in den sauren Apfel beißen und ein paar Scheinchen mehr hinblättern.
Wer keine Provision zahlen will, hat es in Wien wirklich schwer – aber wer hartnäckig dranbleibt und sich ein bisschen Zeit bei der Suche nimmt, kann es sicher auch ohne einen Makler schaffen.

2. Kontaktieren

Um nicht den Überblick zu verlieren, wen ich wann kontaktiert habe, wo ich eine Antwort bekommen habe, welche Wohnung schon besichtigt wurde und dann Infrage kam oder gleich raus war, habe ich mir eine Tabelle angelegt, in der jeder Schritt festgehalten wird. Das ist mühsam, aber es lohnt sich – denn noch mühsamer ist es, sich im Nachhinein alles wieder zusammen zu klauben.
Als ebenso hilfreich hat es sich erwiesen, jedes online gefundene und kontaktierte Inserat als PDF zu speichern, denn oft verschwinden die Anzeigen schnell wieder und alle Infos sind weg. Die Wohnungen, die nicht infrage kommen am besten sofort löschen, sonst wird die Geschichte doch schnell unübersichtlich.

3. Zugreifen

Natürlich bekommt man die Wohnung, die man dann gerne hätte nicht einfach so. Schließlich ist man ja nicht der einzige auf der Suche. Wer wirklich interessiert ist, muss dem Makler oder Eigentümer meistens schnellstmöglich notwendige und überzeugende Unterlagen liefern.
Zu den notwendigen Unterlagen zählen Ausweiskopien und aktuelle Meldezettel. Die überzeugenden sind im besten Falle ein Arbeitsvertrag, Einkommensnachweis oder eine Bürgschaft der Eltern.
Wer diese Dokumente digital bereit hält erspart sich viel Gehetze.
Wirklich wichtig ist bei der ganzen Sache, sich ausführlich über Maklerverträge, Angebote und Verträge zu informieren …

4. Der Vertrag

Im besten Fall hat man den Vertrag schon gesehen, bevor man überhaupt sein Interesse deutlich macht. Meistens hat man aber nur ein Exposé und mündliche Aussagen vom Makler oder Eigentümer zur Hand. Deshalb sollte man sich auch im nächsten Schritt – sofern man das Glück hatte und als Mieter auserwählt wurde – noch einmal in Ruhe Zeit nehmen und den Vertrag ganz genau ansehen. Dabei sollte man überprüfen, ob alle Angaben korrekt sind und sich nicht irgendwelche Fehler eingeschlichen haben.
Ist alles gut, kann der Vertrag unterschrieben werden und herzlichen Glückwunsch, du hast eine Wohnung!

Was dann kommt wird sicher auch ein riesen Spaß … der Umzug!

Wie ihr sicher raushören konntet, sind wir noch nicht so weit. Ein letzter wichtiger Tipp zum Schluss: so nervig die Sache auch ist, man sollte definitiv nicht aufgeben. Belohnt wird man schließlich mit der eigenen wunderschönen Zwei-Zimmer-Altbauwohnung mit mindestens 50 Quadratmetern, zentral gelegen, … falls jemand einen kennt, der einen kennt, der einen kennt, der in Wien so etwas vermieten will, darf derjenige sich gerne melden!

Bis es so weit ist hebe ich fleißig alle 1-Cent-Stücke auf um wenigstens einigermaßen sicherzugehen, dass das Glück auf unserer Seite ist. Allen anderen, die gerade auf Wohnungssuche sind, drücke ich fest die Daumen, es wird schon klappen – oder wie der Wiener sagen würde „des geht sich aus …“


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