#thelondonlook: Supertouri-Busreise

Eigentlich hatte ich nicht vor über mein verlängertes Wochenende mit meiner ganzen Familie (Freund, Mama, Tante 1, Tante 2 und Onkel) zu berichten. Wieso auch? Wir haben eine typische Busreise gebucht, sie gemacht und sind uns irgendwie wieder näher gekommen. Der erste Urlaub in dieser Konstellation bzw. für mich mit der ganzen Familie seit fast 20 Jahren. Wie man sich da vorstellen kann, gab es Höhen und Tiefen. Besonders mein Onkel zog am Anfang ein unzufriedenes Gesicht, da er es nicht verstehen konnte, dass in England niemand Deutsch (was auch nicht seine Muttersprache ist) sprechen kann und deswegen England doof sei.

Doch eigentlich soll hier nicht der Familienausflug im Vordergrund stehen, sondern vielmehr die Reise an sich. Meine Tante 1 hat dieses Frühjahr ihren 60. Geburtstag gefeiert und hat uns alle auf eine Busreise nach London eingeladen. Ich hatte schon ein Jahr im Voraus immer wieder nach Angeboten geschaut und wurde nicht wirklich fündig, bis meine Mama mir Ende November ein Bild über WhatsApp schickte. Ein Angebot im ADAC Magazin: LONDON FÜR 199€ statt 299€ von trendtours. Vier Tage London zu diesem Preis, da muss es doch einen Haken geben, dachte ich. Also recherchierte ich mit meinen langbewährten Recherche-Skills im großen Internet nach Erfahrungen. Man will ja nicht in eine Falle treten.

trendtours-Busreise nach London

Zu meiner Überraschung fand ich viel zu wenig darüber. Niemand schrieb genau, wie die Fahrt ablief, wie die Hotels waren, wie lange die Fahrt dauerte und wie es eigentlich im Großen und Ganzen war. Nur über das Unternehmen trendtours im Allgemeinen fand ich in Foren Berichte. Diese sollten allgemein IMMER sehr kritisch beobachtet werden, Rezensionen im Internet sind nicht der Superhit. Was bringt mir ein Bericht von „Immer wieder“ oder „Nie wieder“? Mein liebster Forenbeitrag erklärte, dass der/diejenige schon insgesamt acht mal mit trendtours unterwegs war und es war immer gut, nur das letzte mal wars richtig mies und deswegen „nie wieder“. Aha, gut. Aber was war mit den anderen sieben mal?

Diese ganze Ungewissheit, ob die Reise sich überhaupt lohnt und wie eigentlich diese Tage gestaltet sind, hat dazu geführt, dass ich sehr angespannt blieb bis wir im Hotel ankamen. Wieso wir nicht im Vorhinein gesagt bekommen haben, wo wir schlafen werden und was ungefähr die Ab- und Ankunftszeiten für die einzelnen Tage sind, das frage ich mich heute noch. Das wäre kein großer Aufwand gewesen und man hätte seine Gäste (MICH!) um viele Fragen erleichtert.

Die ganze Familie für 4 Tage auf engstem Raum im Bus und in London. Wie die Fahrt mit dem Reiseunternehmen Trendtours wirklich war

Wie die Tage abliefen

Deswegen halte ich es für sinnvoll, die Tage kurz zu skizzieren, um auch allen anderen zukünftigen Londonreisenden von trendtours schon einige Fragen im Vorhinein zu beantworten (Alle Anderen können diesen Teil gerne überspringen). Wir sind von Pforzheim am Donnerstag morgen um ca. 1:30 Uhr losgefahren. Dummerweise ist zeitgleich auch ein angetrunkener Kegelverein eingestiegen, die das Wort „Schlaf“ nicht, aber dafür das Wort „Party“ zu gut kannten. Wir haben noch in zwei weiteren Städten Touristen eingeladen und sind dann über Luxemburg und Belgien mit der Fähre nach England gefahren. Die Fahrt ging lange. Sehr lange. Erst am Abend kamen wir um 18:30 Uhr im Hotel an, welches ca. eine Stunde Fahrt von der Innenstadt entfernt war. Wir waren im Holiday Inn in Stevenage (4 Sterne Hotel, auf booking.com kostet eine Nacht zwischen 60 und 120€) untergebracht. Eine genauere Liste kann man aber tatsächlich auch auf der Homepage finden. Da Stevenage einer Geisterstadt gleicht, bleib uns nichts anderes übrig, als im Hotelrestaurant zu essen, denn wir hatten keine Halbpension gebucht und mussten selber schauen, wo wir was zu Essen bekommen. Im Nachhinein war das in diesem Fall eine sehr gute Entscheidung. Die ganze Reisegruppe hatte tatsächlich die Halbpension dazugebucht und durfte sich einem nicht ganz so interessanten Buffet bedienen, wohingegen wir a la Carte bestellten und echt sehr lecker und auch recht günstig (12 Pfund pro Gericht) essen konnten. Am nächsten Tag ging es dann auch schon früh morgens um 8 Uhr los, mit der Minizeitverschiebung war das aber auch ganz human. Wir bekamen noch, neben unserem sehr witzigen Busfahrer, eine Reiseführerin, die uns viele Geschichten und (historische) Märchen erzählte, die uns über die Sitten, Traditionen und über die einzelnen Gebäude der Stadt informierte. Die ganze Familie für 4 Tage auf engstem Raum im Bus und in London. Wie die Fahrt mit dem Reiseunternehmen Trendtours wirklich warDa die Stadtrundfahrt am ersten Tag zu schleppend war, haben wir uns am Buckingham Palace, wo die Vorbereitungen zum Geburtstag der Queen im vollen Gange waren, von der Gruppe verabschiedet. Das war kein Problem für die Gruppenleiterin, sie nannte uns noch den Treffpunkt und die Abfahrtszeit. Das war eigentlich perfekt. Für mich war das nicht das erste Mal in London und so konnten wir zu Fuß die Stadt in unserem Tempo erkunden. Wenn mein Freund und ich noch irgendwo hingehen wollten, haben wir den Rest der Familie kurzerhand in Pubs abgestellt. Die vier haben sich Bier oder Cocktails bestellt und die Zeit einfach genossen. Es war wirklich einfach.

Die ganze Familie für 4 Tage auf engstem Raum im Bus und in London. Wie die Fahrt mit dem Reiseunternehmen Trendtours wirklich war

Sonntag ging es dann nach Windsor. Ja, das war tatsächlich ganz süß, aber meiner Meinung nach hätte man das Castle jetzt auch nicht unbedingt mit der Gruppe von außen betrachten müssen. So sieht man einfach wirklich nichts davon und der Rest war auch umschwemmt von Touriläden. Erst gegen Mittag sind wir dann wieder nach London reingefahren. Für vier Stunden. Was will man denn da machen? Wir haben es geschafft was zu Futtern zu bekommen und eine kleine Runde zu drehen. Leider war die Zeit nur sehr knapp und die Füße müde, weshalb wir uns für ein kleines Park-Hopping entschieden haben. Sprich, ich konnte mir leider nicht eine Ausstellung ansehen. Grund für mich, wieder schnellstmöglich nach London zu reisen. Am Sonntag wurde dann wieder die Heimfahrt angetreten und gut war.

Die ganze Familie für 4 Tage auf engstem Raum im Bus und in London. Wie die Fahrt mit dem Reiseunternehmen Trendtours wirklich war

Alle Sorgen umsonst

Alle Sorgen, die ich mir aufgrund der wenigen Informationen im Vorhinein gemacht habe, waren umsonst. Es war wirklich eine tolle Busreise, wenn man jetzt von einigen unangenehmen Mitreisenden absieht. Busfahrer und Gruppenleiterin waren sehr kompetent und sympathisch und das wichtigste war schließlich, dass es meiner Familie gefallen hat und das hat es. Auch mein Onkel sagte dann heimlich zu mir: „Ich dachte es wirklich nicht, aber London gefällt mir richtig gut. Hier spürt man einen Zusammenhalt.“
Nächstes Jahr will meine Mama eine eintägige Busfahrt nach Mailand oder nach Südfrankreich machen. Ok, mal schauen.

#spreadlove

 


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