Riga – Das Herz des Baltikums

Riga ist die wunderschöne Hauptstadt Lettlands und eignet sich perfekt für einen Städtetrip, egal zu welcher Jahreszeit.
Da die Stadt am einfachsten zu Fuß erkundet werden kann, sie jedoch von kleinen, schiefen Kopfsteinpflaster bedeckt ist, sind gut eingelaufene und feste Schuhe sehr zu empfehlen. Sollte man doch mal einzelne Strecken mit dem Bus fahren, kann man in den Kiosken namens Narvesen, welche es gefühlt jede 20 Meter gibt, ein Busticket für 1,15€ kaufen. Beim Busfahrer direkt zahlt man 2€, egal für welche Strecke. Lediglich wenn man den Bus wechselt, braucht man ein neues Ticket. In den Narvesen gibt es zudem günstiges Trinken, kleine to-go-Snacks und Briefmarken zu kaufen.
Außerdem wird einem auffallen, dass die Letten eines besonders lieben: Blumen. Fast in jeder Straße finden sich kleine Blumenstände, welche zusammen mit den vielen Menschen, welche ihre gekauften Sträuße durch die Stadt tragen, auch an verregneten Tagen Freude, Farbe und ein Lächeln in die Gesichter zaubern.

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Nachfolgend findet Ihr ein paar Tipps bezüglich Sightseeing, Restaurants und Cafes und natürlich zu verschiedenen Museen, welche es sich defintiv zu besuchen lohnen. Viel Spaß bei Eurem Städtetrip in die wunderschöne lettische Hautpstadt!

Sightseeing

Jugendstil, Insel Kipsala und die Moskauer Vorstadt

Riga ist geprägt von Jugendstilbauten und Holzdatschen. Die ausgeschmücktesten Fassaden der Stadt kann man bei einem gemütlichen Spaziergang entlang der Elizabetes Iela bestaunen. Fratzen, Ornamente und Skulpturen schmücken die prachtvollen Häuser, in denen sich zahlreiche Botschaften und Büros befinden.

Die Holzdatschen sind über die gesamte Stadt verteilt und an ihren charakteristischen Holzfassaden, teilweise sogar mit kleinen Holzterassen, unschwer erkennbar. Wie die Stadt und ihre Bewohner durch diese bestimmte Architektur verbunden werden, lässt sich bei Spaziergängen durch das reichste und das ärmste Viertel Rigas erkennen.

Auf der Insel Kipsala, direkt am Ufer gelegen, lassen sich die eindrucksvollen Holzvillen, teils traditionell, teils modern angehaucht bestaunen. Hier können es sich nur die reichen Bürger, wie Diplomaten, Botschafter oder Poliker es leisten, zu wohnen.


Ein Spaziergang durch die Moskauer Vorstadt hingegen bietet das Kontrastprogramm. Heruntergekommene Holzhäuser mit vernagelten Fenstern, teilweise kaputt, vernachlässigt und marode, lassen sich zwischen den höheren Häusern mit Ghetto-Charme immer wieder erblicken.
Zu beiden Stadtvierteln ist zu sagen, dass es sich defintiv lohnt, die touristische Innen- und Altstadt zu verlassen um ein Gefühl des echten Rigas einzufangen. Zudem entwickelt sich die Moskauer Vorstadt, sei es durch beginnende Gentrifizierung oder auch durch günstige Mietpreise, gerade zu einem Szeneviertel, in welchem vor allem Kreativschaffende einen Ort zum Leben und Arbeiten gefunden haben.

 

Christi-Geburt-Kathedrale

In der lettischen Hautpstadt finden sich immer wieder orthodoxe Kirchen, welche sich an ihren goldenen Kuppeln bestens erkennen lassen. Die wohl größte und bekannteste ist die Christi-Geburt-Kathedrale in der Brivibas Bulvaris. Insgesamt fünf goldenleuchtende Kuppeln schmücken das Dach der Kathedrale, welche im neobyzantinischen Stil erbaut wurde. Außerhalb der Gottesdienste darf man die Kirche kostenlos als Besucher betreten. Frauen sollten jedoch aus Respekt ihren Kopf bedecken und es dürfen keine Bildaufnahmen im Inneren gemacht werden. Ein Blick in den Innenraum der Kathedrale ist jedoch ein Erlebnis, dass man sich nicht nehmen lassen sollte. Der Weihrauch liegt schwer in der Luft, die Wände sind über und über mit Skulpturen, hauptsächlich Madonnenfiguren, bedeckt, welche von zahlreichen Gläubigen auch außerhalb der Gottesdienste angebetet und verehrt werden. Die große Kuppel ist mit Wand- und Deckenmalereien, hauptsächlich in prunkvollem Gold und Blau, verziert und versetzt einen regelrecht ins Staunen.

Zentralmarkt

Der Zentralmarkt, Centraltirgus genannt, befindet sich direkt gegenüber dem Hauptbahnhof, bzw. hinter dem Busbahnhof. Er wird auch der „Bauch von Riga“ genannt, denn hier kann nach Lust und Laune geschlemmt und ausprobiert werden. Vor allem das Ausprobieren macht als Tourist in den rießigen Markthallen, ehemaligen Zeppelinhallen, unheimlichen Spaß, der kaum etwas kostet. Angefangen bei verschiedenen Teigwaren in süßer oder herzhafter Form, welche gerne auch von dern Verkäuferinnen noch erhitzt werden, bis hin über verschiedene Obst- und Gemüsesorten, Fleisch, frischen Fisch in Hülle und Fülle, sowie dem typisch lettischem Roggenbrot lassen sich hier die kulinarischen Sinne verwöhnen. Die Preise sind für unseren mitteleuropäischen Standard mehr als günstig, weshalb auch nicht verhandelt wird, wie normalerweise auf dem Markt üblich. Mit Englisch kommt man hier jedoch leider nicht immer so weit, wie im Rest der Stadt, denn hier kaufen und verkaufen hauptsächlich die „echten Letten“. Aber mit ein bisschen Experimentierfreudigkeit, Händen und Füßen als Kommunikationsmittel bekommt man auf jeden fall etwas Leckeres zu essen. Außerdem können an kleineren „Fressständen“ auch eine Suppe oder kleinere lettische Köstlichkeiten verzehrt werden.

Altstadt

In der Altstadt schlendert man am Besten einfach drauf los und kommt so an den verschiedenen Sehenswürdigkeiten, wie dem Schwarzhäupterhaus, dem Katzenhaus oder dem Freiheitsdenkmal vorbei. Generell empfielt es sich, Riga zu Fuß zu erkunden, denn die vielen kleinen Gassen, Straßen und Plätze sind mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht direkt zu erreichen. Und da Riga eine sehr grüne Stadt ist, erfreut sich das Auge an jeder Ecke über schön angelegte Grünflächen, gepflegte Blumenareale und romantische Parkanlagen.

Restaurants und Cafes

Lido

Wer typisch lettisch und gleichzeitig preisgünstig Essen gehen möchte, dem kann ich nur raten sich in die verschiedenen Lido-Restaurants zu begeben. Sie sind über die ganze Stadt verteilt, schwanken jedoch in ihrer Qualität (das in der touristischen Altstadt ist nicht zu empfehlen). Bei Lido handelt es sich um rustikal-gemütlich eingerichtete Selbstbedienungsrestaurants, welche eine breite Auswahl an Speisen für jeden Geschmack bieten. Vor allem gefüllte Pfannekuchen, Fischgerichte und Kraut in verschiedenen Formen lassen sich hier finden – eben typisch lettisch. Gewürzt wird in Lettland gerne mit Dill und Kümmel, was man in den Gerichten auch deutlich herausschmeckt. Zudem findet man auch hier das dunkle Roggenbrot, welches man auf jeden fall bei einem Besuch in Riga getestet haben muss (und am Besten noch im Supermarkt für zu Hause einkauft).
In die Lidos geht jeder Lette, egal ob Anwalt, Schüler oder Mütter mit ihren Kindern für ein kleines Kaffeekränzchen.

Pizzeria Piranija

Diese kleine, aber sehr gemütliche Pizzeria haben wir durch Zufall am ersten Abend entdeckt, als wir durch das Jugendstilviertel gelaufen sind. Touristen verirren hier sich wohl eher selten hin, denn die Karte gibt es nur auf lettisch. Doch die wohl freundlichste Bedienung Rigas erklärt und übersetzt einem die Gerichte mit viel Geduld und einem breiten Lächeln. Ecke Mednieku Iela und Strelnieku Iela lassen sich leckere Pizza und Pastagerichte gepaart mit lettischem regionalen Bier oder lettischer Limo zu angemessenen Preisen verzehren. Wer noch Lust auf eine Partie Mensch-Ärgere-Dich-Nicht oder Schach hat, kann sich vor oder nach dem Essen damit vergnügen, denn die Spielbretter sind direkt auf den Tisch gedruckt. Würfel und Männchen stehen ebenso bereit.

Cafe Parunasim

Sich selbst betitelt das Parunasim, als das Cafe, welches am Besten versteckt ist. Das mag auch stimmen, denn es befindet sich in einer Seitenstraße einer Seitenstraße in der Altstadt Rigas, nämlich in der Klostera Iela. Gemütlich in einem Hinterhof gelegen kann man hier jedoch in einem der bequemen Sessel sitzend die Seele baumeln lassen und mit einem Stück Kuchen oder einer warmen Suppe den Moment des süßen Nichtstuns genießen. Die Preise entsprechen denen, welchen wir aus Deutschland ebenso gewöhnt sind.

DADCafe

Ebenso wie im Parunasim, jedoch in der völlig entgegengesetzten Richtung gelegen, nämlich in der Miera Iela, kann man im DADCafe bei einem leckeren Stück Orangenkuchen und einem frischaufgebrühten Ingewer-Zitronen-Tee den Nachmittag genießen und aus dem Cafe mit Wohnzimmerflair die vorbeilaufenden Menschen beobachten. Auch hier sind die Preise ähnlich den unseren, jedoch verirren sich hier eher weniger Touristen her.

Mon Amour Cafe

Das Mon Amour Cafe liegt in einer kleinen Gasse namens Jana Iela, nahe der Altstadt. Auch hier wird mit dem Wohnzimmercharme gespielt und im Hinterzimmer finden sogar kleinere Gruppen Platz. Die Wände sind mit bunten und verspielten Kunstwerken geschmückt, während es an der Bar nach leckeren Quiches und Kuchen duftet. Wer Glück hat, kann sogar kleine Häppchen des tagesaktuellen Kuchen umsonst kosten. Auch hier sind die Preise ähnlich der unseren. Es lässt sich gut entspannen, sich aufwärmen und in einem der auf dem Fensterbrett stehenden Bücher schmökern, sofern man die Sprache versteht.

 

Museumslandschaft Riga

Riga hat so einiges an Museen zu bieten. Angefangen mit zwei großen Kunsthäusern, welche sich mit ihren Sammlung auf Künstler aus dem Baltikum, Russland und Osteuropa, aber auch dem europäischen uns asiatischen Raum spezialisiert haben, über Häuser der Geschichte bis hin zu meinem Favoriten, dem Schokoladenmuseum der Marke Laima. Für jeden Geschmack lässt sich hier etwas finden, zumal es an verschiedenen Kulturangeboten in Riga nicht mangelt.

Rigaer Börse und das Lettische Nationale Kunstmuseum

Die Sammlung der Rigaer Börse widmet sich vor allem ausländischer Kunst, darunter sind auch deutsche Künstler vertreten. Neben zahlreichen Gemälden können jedoch auch ägyptische Vasen und Skultpruren, asiatische Stoffe und orientalische Kulturgüter bestaunt werden. Die Architektur des Museums ähnelt dabei stark einem venezianischen Renaissancepalast, was wiederum die Symbiose zwischen Ost und West, welche bewusst erzielt werden möchte, unterstreicht.
Das Lettische Nationale Kunstmuseum hingegnen beschäftigt sich ausschließlich mit Künstlern des Baltikums und Russland. Das großzügig angelegte Haus, auf welches die Letten besonders Stolz sind, ist durch seine Etagen in die verschiedenen Epochen zwischen dem 17. und 20. Jahrhundert aufgeteilt. Besonders beeindruckend ist jedoch die Möglichkeit, welche sich einem im vierten Stock des Museums öffnet. Fast der gesamte Boden ist durch eine begehbare Glasplatte ersetzt worden, durch welche man den darunterliegenden Aussellungsraum der russischen Avantgardisten sehen kann. Leider geraten durch dieses einmalige Erlebnis die Gemälde an der Wand eher in den Hintergrund.

Kriegsmuseum und KGB-Museum

Das Kriegsmuseum erläutert auf vier Etagen die Historie des Landes, welche durch die beiden Weltkriege und weiteren Konflikten stark geprägt wurde. Besonders die Ausstellungsräume zum Ersten Weltkrieg sind in einer eindrücklichen und dennoch verständlichen Art und Weise kuratiert. Zudem schließt sich der Pulverturm der Stadt an das Kreigsmuseum an, sodass die Geschichte spürbar gemacht wird.
Das KGB-Museum befindet sich in dem Haus an der Ecke, welches nach dem Zweiten Weltkrieg als KGB-Zentrale diente. Im Inneren ist die Atmosphäre von Angst und Beklemmtheit deutlich zu spüren, denn der russische Geheimdienst hat in diese Räumen Menschen verschleppt, verhöhrt und ermordet. Wer Interesse an solch einem schweren Thema in beklemmenden Gemäuern hat, sollte viel Zeit mitbringen, denn es sind zahlreiche großformatige Tafeln zu lesen, um die Geschichte hinter dem Haus an der Ecke zu verstehen.

Schokoladenmuseum Laima

Wie bereits erwähnt, war neben dem Glasbodenerlebnis im Lettischen Nationalen Kunstmuseum, das Schokoladenmuseum mein absoluter Favorit. Das mag auch daran liegen, dass man dort herzlichst empfangen und sofort zu einem großen Schokoladenbrunnen geführt wird, von welchem man einen Becher feinster dickflüssiger Trinkschokolade kosten darf. Zwar ist das Museum recht klein, jedoch bekommt man das Gefühl bei Willy Wonka gelandet zu sein. An einer großen, interaktiven Maschine werden einem die verschiedensten Herstellungsvorgänge erklärt und am Ende darf man sich sogar selbst eine kleine Tafel Schokolade beschriften und als Souvenir mit nach Hause nehmen. Zudem kann man neben dem geschichtlichen Aspekt der Firma Laima, welche für uns vergleichbar mit Lindt ist, auch die verschiedenen Produkte im Miniaturformat kosten.

Bilder: Lea K.

 

 

 

 

 

 


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