Tipps zur Vollverpflegung im West End, Glasgow

Dieser Post beginnt mit der Wahrheit und nichts als der Wahrheit: Das Geld in den ersten Wochen eines Auslandssemester sitzt schamlos locker. 70% des Erasmus-Zuschusses glitzern auf einen Schlag auf dem Konto. Dazu ist man völlig neu in der Stadt und will sie auskundschaften, sich heimisch fühlen und Geheimtipps erschnüffeln. Liebe geht eben durch den Magen: Wenn man neue Leute kennenlernt oder sich schnell anfreunden will, ohne sich gleich in der eigenen Studentenbude treffen zu müssen, verabredet man sich doch automatisch zum Essen, oder?

Jedenfalls habe ich mich in den letzten Wochen in sehr vielen Restaurants und Cafés des Glasgower West Ends rumgetrieben und kann euch deshalb heute meine Empfehlungen für jede Tageszeit und Gelegenheit präsentieren:

Veganes Schottisches Frühstück oder Eier-ohne-Ende

Zu Beginn muss ich hier gleich „The Left Bank“ (33-35 Gibson Street, Glasgow, G12 8NU) anbringen und kann an dieser Stelle verraten, dass das wohl mein allerliebstes Lieblingsrestaurant geworden ist. Ich laufe jeden Tag auf dem Weg zur Uni daran vorbei und würde am liebsten alles anhalten um dort zu frühstücken. Es gibt dort das klassisch schottische Frühstück mit Baked Beans, Potato Scones, Grillgemüse und Scrambled Tofu/Egg. Man kann zwischen vegan, vegetarisch und klassisch wählen, also ist für jeden was dabei! Besonders lecker sind die hausgemachten Baked Beans und der „Rührtofu“, der hier so seidig und lecker ist wie ich ihn selten gegessen habe – geschweige denn selber hinbekommen hätte. Früh am Morgen wäre das herzhafte Frühstück wohl ein bisschephoto_2017-10-23_15-01-29n zu heftig, aber an den Wochenenden gibt es Brunch bis 17 Uhr, perfekt für einen sehr sehr sehr faulen Tag oder wenn der Abend davor vielleicht ein bisschen länger war.

Auch abends kann man dort richtig gut essen und es gibt neben dem regulären Menü eine sehr große vegane Auswahl. Alles was ich gestestet habe war toll, was soll ich noch sagen? Preislich kann man dort zum Frühstück mit Heißgetränk mit ca. 12 GBP pro Person rechnen, für abends würde ich sagen so um die 15 GBP.

photo_2017-10-23_15-01-34Direkt um die Ecke das Kontrastprogramm – „TriBeCa“ (102 Dumbarton Road, Glasgow G11 6NX). Hier haben es Veganer bei der Frühstücksauswahl schwer und werden sich auf die Beilagenkarte beschränken müssen. TriBeCa gibt es dreimal in Glasgow und bietet, wie der Name schon verrät, amerikanische Küche. Hier gibt es zum Frühstück vor allem Eier in jeglicher Darreichungsform, dazu Waffeln und Pancakes. Auch hier kann man am Wochenende bis 17 Uhr brunchen und sich ewig die Zeit vertreiben. Die Portionen sind riesig und preislich ähnlich wie bei The Left Bank.

Kaffee und Snacks für zwischendurch auf der Great Western Road

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Die Great Western Road bietet sehr, sehr viele kleine Cafés und Sandwich-Läden, die zum Sich-Durchprobieren einladen, wobei ich zwei Lieblinge ausmachen konnte: Als Kaffee-Anlaufstelle für den ganzen Tag und kleinere Snacks wie einfache Kuchen und Sandwiches kann ich die „Papercup Coffee Company“ (603 Great Western Rd, Glasgow G12 8HX) empfehlen. Unweit der Unibibliothek ist dieser kleine hippe Laden eine angenehme Abwechslung zum typischen Cafeteria-Kaffee. Außerdem sind die Leute, die dort arbeiten viel netter und entspannter! Dazu gibt es tolles Bananenbrot, das auf Wunsch aufgetostet wird und eine Lernpause schlagartig enorm aufwerten kann.

Eine andere Institution auf der Great Western Road ist „Roots, Fruits & Flowers“ (455 Great Western Road, Glasgow G12 8HH). Der Laden ist eine Mischung aus Blumengeschäft, Biomarkt und Deli. Hier findet man vegane Kleinigkeiten, die man im normalen Supermarkt oft vermisst und kann darüber hinaus auch gleich noch auf einen Kaffe oder Sandwich bleiben. Ein charmanter Laden bei dem ich wünschte, ich hätte mehr Geld, um dort meinen kompletten Wocheneinkauf zu erledigen.

Die gehypteste Pizza der Stadt

Um bei „Paesano“ (471 Great Western Road, Glasgow G12 8AB) einen Platz zu ergattern, sollte man entweder am frühen Abend auftauchen oder ein wenig Wartezeit einplanen, reservieren kann man dort nämlich nicht. Das Geschäft läuft bombenmäßig. Ich habe das Gefühl, dieses Restaurant ist das erste, das man in Glasgow empfohlen bekommt – also habe ich das natürlich auch gestestet. Als wäre eine richtige photo_2017-10-23_15-01-25 (2)Steinofenpizza schick und trendy – Paesano schöpft das voll aus und das Konzept geht auf. Ich war noch nie in einem Restaurant, das mit Neonschrift und Marmor-Details mehr ‚instragramable‘ gewesen wäre. Doch auch geschmacklich kann sie wirklich überzeugen und wird ihrem Ruf gerecht. Besonders erfreulich: Die Preise sind mit 5 bis maximal 8 GBP für eine Pizza wirklich erschwinglich!
Wahrscheinlich ist man als Deutsche ein bisschen verwöhnt. Ich würde sagen, dass wir bei uns in jeder Stadt einen guten Italiener finden können, der uns dünne Pizzen aus dem Steinofen zaubert. In Schottland sieht die Sache jedoch anders aus: Hier is(s)t man eher Pizzen mit einer mächtigen Schicht Käse und süßer Tomatensoße auf einem dickem Teig gewohnt. Wem der Sinn nach einem Stück Italien in Schottland steht, ist hier definitiv richtig.

Nach diesen Tipps möchte ich im nächsten Post von meiner ersten Afternoon Tea-Erfahrung berichten. Ich hatte lange auf diesen Moment hingefiebert – diese Etagere mit massenweise Kalorien drauf hat mich schon immer wahnsinnig beeindruckt…

 

Bilder: Susanne H.

 


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