Die Suche nach dem perfekten Nebenbei-Medium: 5 Podcast-Tipps

Eigentlich gibt es Podcasts schon seit über 10 Jahren und das Wort war mir auch geläufig, aber Konsumentin dieses Mediums war ich nicht. Verstaubt, langatmig – lieber habe ich mich jahrelang von Bewegtbilder wie Youtube oder Netflix berieseln lassen, wenn ich zum Beispiel Gemüse geschnippelt habe. Ich glaube, dass sich dieses „nebenbei Medien konsumieren“ für unsere Generation zu einem absoluten Normalzustand entwickelt hat. Die meisten von uns sehen als erstes am Morgen und als letztes vor dem Schlafengehen auf ihr Handy und schmeißen auf dem Weg in’s Bad schon mal den Laptop an (oder war er die Nacht überhaupt aus?)
So zieht sich das den ganzen Tag über und die Abende, an denen man im Bett ein Buch liest anstatt nochmal in Facebook zu scrollen und Instagram Stories zu gucken erscheinen uns wie eine Oase der Ruhe, zu der man viel zu selten kommt. Ah, merkt ihr’s selbst?
Im Endeffekt sind es natürlich wir, die diese Entscheidungen tagtäglich treffen, bewusst oder weil es sich als einlullende Routine eingeschlichen hat. Jedenfalls war es für mich ganz normal, immer bei fast allem irgendein Video nebenher laufen zu lassen, weil es so nett ist, sich beschallen zu lassen wenn man grade alleine ist. Doch irgendwann wurde das einfach unbefriedigend, weil ich gemerkt habe, dass ich mich davon erschreckend leicht und oft ablenken lasse und das Nebenher schnell meine gesamte Aufmerksamkeit einfing. Das hört sich doof an, aber beobachtet euch mal selber, ob euch das nicht auch manchmal passiert und ihr zehn Minuten auf einen Bildschirm starrt, obwohl ihr eigentlich gerade Staubwischen wolltet. Das hat mich dann irgendwann so an mir selbst gestört, dass ich dem Nebenbei-Gucken vollständig abgeschworen habe. Aber ich wollte auch nicht auf die Geräuschkulisse verzichten, bei der man nebenher unterhalten wird oder sogar noch etwas dazu lernt, und so landete ich bei Podcasts.
2017 war irgendwie das Jahr des Podcasts, oder? Sendungen, die es schon länger gab, wurden größer und erreichen ein sehr breites Publikum (wie natürlich zum Beispiel die Mutter aller deutschen Podcasts, „Fest & Flauschig“ von Jan Böhmermann und Olli Schulz). Aber vor allem gab es viele neue Projekte, die gestartet wurden. Das Medium erlebte einen Hype, der nicht abzunehmen scheint. Gar nicht so einfach, sich da in der Fülle unüberschaubarer Themen und Hosts kleine Perlen für sich auszusuchen.

Die Podcasts, die ich gerne höre, laufen entweder über Spotify oder SoundCloud. Bei Spotify braucht man einen kostenlosen Account, SoundCloud kann man auch ohne Registrierung verwenden und hat zudem eine ganz gute mobile Website.

A MINDFUL MESS

Madeleine Alizadeh hatte mit DariaDaria sieben Jahre lang einen klassischen Modeblog, bevor sie nach und nach alles umgekrempelt hat und so nachhaltig und bewusst lebt, wie es ihr möglich ist. Jede Folge geht nur etwa 10 Minuten, in die sie so viel Wissen und Meinung packt, wie es nur geht. Sehr informativ, gut recherchiert und einfach erklärt behandelt sie Zusammenhänge von fairer Mode und persönlicheren Themen wie Energieräubern oder Authentizität. Gute Mischung aus ein bisschen Selbsthilfe und Dazulernen.

Alle Wege führen nach Ruhm

Von Joko Winterscheidt und dem Fotografen Paul Ripke. Definitiv ein seichter Schwätzer- und Selbstdarstellerpodcast, der manchmal echt weh tut und vor Prollo-Gehabe strotzt. Die beiden suhlen sich in Legenden- und Saufgeschichten und sind Meister des Name-Droppings. Das muss man schon aushalten können wenn man sich das „antun“ will. Aber ich musste bei den 10 Folgen oft herzlich mitlachen und ich kann es nicht abschütteln, dass Paul Ripke mir wahnsinnig sympathisch ist und ich seinen Lebensweg super spannend finde, weil er das allerbeste Vorzeigebeispiel für „fake it till you make it“ ist, was er exzessiver betrieben hat als man es vielleicht sollte. So am Rande: Schaut bei Pauls Twitteraccount vorbei. Er sorgt zwar dafür, dass mein Humor jeden Tag weiter abflacht und manchmal habe ich das Gefühl mir platzen beim Lesen ein paar Gehirnzellen, aber ich kann nicht drauf verzichten mir den reinzuwürgen, na klar.

MatchaLatte

Puh, noch ein seichter Unterhaltungspodcast. Aber ich habe meinen Einstieg in die Podcast-Welt eben über die Berieselung gefunden und kann das auch nicht verheimlichen! Zwei Modebloggerinnen quatschen mehr oder weniger alle zwei Wochen über alles Mögliche. Ich kannte Lisa und Masha von ihren Blogs vorher schon, was auch nicht so schwer ist weil sie zu den reichweitestärksten (ist das ein Wort? Es sollte eins sein) Bloggerinnen in Deutschland zählen. Aber auch hier ist es total Typsache, ob ihr die zwei sympathisch finden werdet. Ich schwanke selbst manchmal. Egal was man von Social Media Influencern halten möchten, diese beiden sind echt Selfmade-Frauen und haben in diese Welt Einblicke als Bloggerinnen der ersten Stunde. Bling-Bling, Frauenpower und Liebeskram. Genau das Richtige, wenn man mal wieder im ausgebeulten Schlafanzug seine Wäsche aufhängt.

Talk ohne Gast

Mit Moritz Neumeier und Till Reiners – zwei Kabarettisten, die eine von FUNK finanzierte Show mit tollen Gästen moderieren. Leider kommen die angekündigten Gäste nie, was dazu führt, dass die beiden Männer einfach ein wenig über dies und das plaudern. Auf diesen Podcast bin ich durch den Youtube-Channel von Moritz Neumeier gestoßen, der jede Woche das politische Tagesgeschehen kommentiert und kurzweilige Erklärvideos macht.

Das Thema

Zu guter letzt noch ein bisschen Qualitätsjournalismus, um der Riege hier ein gutinformiertes Ende zu bereiten. Bei diesem Podcast werden in Interviews aktuelle Themen der jeweilgen Woche aufbereitet und vertieft. Besonders interessant fand ich die Folgen zur Investigativ-Story zu den Paradise Papers!

 

 


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