#beourguest: Philipps Tipps für zeitgenössische Kunst in Berlin Mitte

 

Wer Kunst in Berlin sehen will hat die Qual der Wahl. Vom Ischtar-Tor bis hin zu Ai Weiwei ist alles versammelt. Allein die staatlichen Museen mit 17 Institutionen beherbergen eine riesige Auswahl an Kunst und Design aus allen Jahrhunderten. Abseits dieses Trubels lassen sich noch viele weitere Adressen für zeitgenössische Kunst finden. Diese sind meist frei von Eintritt oder zumindest für den kleinen Geldbeutel geeignet. Ebenfalls sind alle fußläufig zueinander zu erreichen.

>>Galerie Bastian<<

Unweit der Museumsinsel im Zentrum Berlins befindet sich die Galerie Bastian direkt am Kupfergraben. Von hier hat man einen Blick über die Spree, auf die im Moment im Bau befindliche James-Simon Galerie und das Pergamonmuseum, die wie die Galerie selbst vom Stararchitekten David Chipperfield erneuert wurde. Allein also der Architektur wegen lohnt sich ein Besuch des Gebäudes. Vielleicht für den ein oder anderen etwas befremdlich: Um die Galerie zu betreten muss man zuerst klingeln. Durch eine große, schwere Holztür kommt man in das über vier Stockwerke reichende Ausstellungshaus der Galeriefamilie Bastians.

Im Moment werden dort Arbeiten von Thomas Zipp, welcher in der Karlsruher Kunstakademie eine Gastprofessur innehat, sowie niemand geringerem als Damien Hirst gezeigt. Ebenso gibt es eine Gruppenaus-stellung zur Fotografie des 20. Jahrhunderts. Und auch ansonsten lässt sich das Künstlerprogramm sehen: Joseph Beuys, Dan Flavin, Anselm Kiefer, Pablo Picasso, Robert Rauschenberg oder Andy Warhol sind nur einige der klangvollen Namen, die hier vertreten werden. Wenn man das letzte Stockwerk erklommen hat, bekommt man in dem Bau von 2007 einen guten Blick auf die kulturreiche Museuminsel sowie den Alexanderplatz – durch die großen Fenster kann
man bei gutem Wetter noch viel weiter blicken. Nur einen Steinwurf durch den Monbijoupark entfernt, liegt die Galerie von Philomene Magers und Monika Sprüth. Hier werden in zwei Geschossen meist zwei bis drei verschiedene Ausstellungenprä-sentiert, neben gestandenen Künstler*innen wie Andreas Gursky, Donald Judd und Rosemarie Trockel gibt es auch jüngere Positionen.
Eines der bekannteren Galerienviertel Berlins findet sich etwas weiter nördlich. Galerie an Galerie reiht sich an der Linien- und Auguststraße. Hier sollte man sich ein bisschen Zeit nehmen um ein paar Orte entdecken, explizit werde ich einige hier kurz vorstellen.

>> KW <<

blog (2)Fast auf gleicher Höhe befindet sich auf der Auguststraße das KW (Kunstwerke) Berlin, der Me Collectors Room und eine alte jüdische Mädchen Schule, die neben zwei Galerien auch das Kennedy Museum (hier wird momentan noch bis Ende April eine Fotografie Ausstellung über die Präsidentschaft von Barack Obama gezeigt wird, ermäßigter Eintritt 2,50 €) und den Salon der Frieder Burda Sammlung beherbergt. Das KW wurde Anfang der 1990er von dem bekannten Kurator Klaus Biesenbach (unbedingt auf Instagram folgen) gegründet, der heute den Ableger des MoMA PS1 leitet. Heute finden in der alten Margarinefabrik wechselnde Ausstellungen auf mehreren Stockwerken statt, sowie die alle zwei Jahre stattfindende Berlin Biennale, von der dieses Jahr bereits die zehnte Ausgabe erfolgt. Diese widmet sich diesem Jahr von Juni bis September dem Thema von Herrschaftsstrukturen unter dem Titel We don’t need another hero.

Tipp: Donnerstagabend nach 18 Uhr kann man hier sogar ohne Eintritt die Ausstellungen bis 21 Uhr bestaunen, ansonsten kostet eine Tageskarte ermäßigt 6 Euro. Im Innenhof befindet sich ein kleiner Garten, der als Installation bei der letzten Biennale entstanden ist. So gibt es im Umfeld des Ausstellungshauses viele weitere Auftragsarbeiten zu entdecken, wie das Café Bravo – ein gläserner Kunstpavillion, welcher sich ebenfalls im Innenhof befindet und von Dan Graham entworfen und in Zusammenarbeit mit der Architektin Johanne Nalbach realisiert wurde. Hier gibt es Kaffee und eine wechselnde Wochenkarte, allerdings – wie für Mitte üblich – nicht ganz preiswert.

>> Eigen + Art <<

Zwei Häuser weiter befindet sich die private Sammlung des Kunstmäzenen Thomas Olbrich. Neben einer ständigen Sammlung der sogenannten „Wunderkammer Olbricht“ die von der Renaissance bis zum Spätbarock alles Mögliche an Kunstgegenständen und Kuriositäten beherbergt, gibt es hier wechselnde Ausstellungen zu zeitgenössischer Kunst und Kultur umsonst in Berlin? Das geht sehr gut. Wir haben Tipps für Galerien und Ausstellungen rund um die Museumsinsel
Kunst. Der Eintritt beträgt hier vier Euro für Studenten, unter 18–Jährige haben freien Eintritt. Es gibt auch die Möglichkeit ein Kombi-Ticket für die beiden genannten Häuser zu erwerben, ermäßigt geht das für 8 Euro. Im Foyer des Ausstellungshauses gibt es ein kleines Café mit wechselnder Tageskarte, welches leider nicht so günstig ist. Auf der gegenüberliegenden Seite ein Stück weiter befindet sich die Galerie Eigen+Art. In einem großzügigen Raum wird hier vor allem Malerei gezeigt. Bekannte Künstler wie Neo Rauch oder Martin Eder werden von Eigen+Art vertreten. Auch hier lohnt sich immer mal wieder ein Besuch.

 

Das ist nur eine Auswahl von lohnenswerten Adressen in Berlin-Mitte. Die Stadt selbst steckt auch voller Geschichte und wunderbarer Architektur, sodass man eigentlich nur mit offenen Augen durch die Straßen laufen muss. Von der Auguststraße ist es nur ein Katzensprung zum Hackeschen Markt und dem Rosenthaler Platz und man ist wieder umgeben vom Trubel Berlins.

 

Autor: Philipp Güthler

 

Zu meiner Person: Es kommt nicht von ungefähr, dass ich gerne für den blog einen kleinen Beitrag schreiben durfte, selber habe ich mit den Powergirls des Blogs in Karlsruhe zusammen Kunstgeschichte studiert. Nun mache ich seit zwei Jahren in Berlin meinen Master in Kunstwissenschaft und arbeite in Berliner Galerien.


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